Frankfurt (GodmodeTrader.de) – Eigentlich hätte man erwarten können, dass die jüngsten Liquiditätsspritzen der chinesischen Zentralbank sowie eine gute Stimmung an den Aktienmärkten den Metallpreisen auf die Beine helfen würden. Doch der LME-Industriemetallindex verlor zuletzt weiter an Wert und notiert unweit der Mehrmonatstiefstände, wie die Analysten der Commerzbank im „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Ausschlaggebend sei vor allem die jüngste Stärke des US-Dollars. Insbesondere Aluminium und Nickel seien dabei auffällig schwach. Seitens der Lagerverfügbarkeit gebe es eigentlich Rückenwind für die Notierungen. So seien die LME-Lagerbestände für Nickel auf den tiefsten Stand seit September 2013 gefallen. Die gesamten Lagerbestände in Shanghai (inkl. der zollfreien Zone und der SHFE) seien laut dem chinesischen Analysedienst SMM allein im Oktober um rund 19 Prozent auf 55.000 Tonnen gefallen, heißt es weiter.

„Eine mögliche Erklärung für die Preisschwäche liefern die hohen Importe von Nickelraffinade und Nickelgusseisen (NPI) aus Indonesien sowie der massive Anstieg der Nickelerz-Lagerbestände in China. Laut SMM sind diese letzte Woche mit 14,65 Millionen Tonnen auf ein Zweijahreshoch gestiegen, was ca. 123.000 Tonnen Nickel entspricht. Auch die jüngste Schwäche von Kobalt, das von seinem Hoch bei über 90.000 US-Dollar auf rund 50.000 US-Dollar je Tonne gefallen ist, dürfte belastet haben, denn Nickel dürfte Kobalt langfristig bei den Elektrobatterien verdrängen. Deshalb erwarten wir trotz Korrekturgefahren langfristig höhere Nickelpreise“, so die Commerzbank-Analysten.