London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) – Die Metallpreise erwischten einen schwachen Wochenstart. Die Kupfer-Notierung stand nur noch knapp über 6.100 US-Dollar je Tonne. Zum Vergleich: Anfang Juli wurde die Tonne noch bei rund 6.800 US-Dollar gehandelt. Reuters führt den Preisrutsch auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie schwächere Wachstumserwartungen für China zurück. Auch ein leicht stärkerer US-Dollar wirkt negativ auf die Metallpreise, da dieser die in US-Dollar gehandelten Metalle für Käufer aus dem Nicht-Dollarraum verteuert.

Die fundamentale Marktbalance bleibt derweil ausgewogen. Laut neuesten Schätzungen der International Copper Study Group (ICSG) hat der Kupfermarkt im April lediglich ein Defizit von 98.000 Tonnen verzeichnet. Mit Blick auf die ersten vier Monate 2018 ergibt sich demnach ein Überschuss von rund 60.000 Tonnen, wie Reuters berichtete. Mitte Juli veröffentlichte Reuters auch seine jüngste Umfrage zur Marktsituation von Kupferangebot und -nachfrage. Die Resultate sehen für 2018 und 2019 ein leichtes Defizit von 129.000 bzw. 151.000 Tonnen vor.

Eine grundsätzlich positive Nachricht für die langfristige Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten kommt aus Indonesien. Im Streit um die zweitgrößte Mine der Welt, Grasberg, haben sich die beteiligten Parteien nach langen Verhandlungen im Juli geeinigt. Streiks sind damit abgewendet. Zudem schaut die Kupferwelt aktuell gebannt gen Chile. Dort endet die erste Schlichtungsfrist im Tarifstreit in der „Escondida“-Kupfermine. Der Minenbetreiber hat zwar laut eigenen Angaben ein verbessertes Angebot vorgelegt, ob dies aber ausreicht, einen Streik zu verhindern, ist fraglich. Bislang hatte der mögliche Streik laut Experten der Commerzbank aber noch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Kupferpreis.