Frankfurt (GodmodeTrader.de) – Für die Metallpreise war 2018 ein zweigeteiltes Jahr: Auf hohe Preise im ersten Halbjahr folgte im Sommer der Absturz, von dem sich die Preise bis heute nicht erholt haben. Der LME-Industriemetallindex notiert nahe eines Anderthalbjahrestiefs, wie die Analysten der Commerzbank in der letzten Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ in diesem Jahr schreiben.

„War die Stimmung der Marktteilnehmer in den ersten Monaten u.a. wegen positiver Konjunkturdaten noch gut, schlug sie im zweiten Halbjahr ins Gegenteil um. Grund hierfür war in erster Linie der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China, der Sorgen schürte, dass er sich negativ auf die Realwirtschaft auswirkt und das globale Wirtschaftswachstum bremst. Erst gegen Jahresende gab es hier Entspannungszeichen“, so die Commerzbank-Analysten.

Zu starken Verwerfungen, insbesondere bei Aluminium, habe auch die US-Zoll- und Sanktionspolitik geführt. Die im April eingeführten und im Juni ausgeweiteten Importzölle auf Aluminium seien bis heute in Kraft – mit negativen Auswirkungen hauptsächlich in den USA selbst. Den stärksten Einfluss hätten aber die US-Sanktionen gegen den größten russischen Aluminiumproduzenten gehabt, die innerhalb von zwei Wochen zu einem zwischenzeitlichen Preisanstieg von Aluminium von fast 40 Prozent geführt hätten, heißt es weiter.

„Bei Nickel wurde der Hype um die Elektromobilität, der den Preis lange Zeit nach oben getrieben hatte, zu einem großen Teil wieder ausgepreist. Die Elektromobilität dürfte aber zu einer langfristig hohen Nickelnachfrage führen. Sollte in den letzten Handelstagen nicht mehr viel passieren, werden alle Metallpreise das Jahr mit zumeist großen Minuszeichen beenden“, so die Commerzbank-Analysten.