Frankfurt (GodmodeTrader.de) – Die US-Sanktionen und der Handelsstreit dürften dazu beigetragen haben, dass die globale Aluminiumproduktion im Gegensatz zur starken Dynamik der letzten Jahre in den ersten acht Monaten des Jahres im Jahresvergleich kaum gestiegen ist. Vielmehr lebten die Kunden wegen anhaltender politischer Unsicherheiten in den letzten Monaten „von der Hand in den Mund“, weshalb die LME-Lagerbestände seit dem Jahreshoch im April um mehr als 400.000 Tonnen gefallen sind und heute erstmals seit März 2008 unter der Marke von eine Millionen Tonnen liegen, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Den fehlenden Preisauftrieb – seit Juli verharre der Aluminiumpreis trotz des Lagerabbaus und einer positiven Nachfragedynamik knapp über der Marke von 2.000 US-Dollar je Tonne – könne man mit den anhaltenden Sorgen um die Auswirkungen des Handelsstreits auf die Konjunktur und einer erwarteten Lockerung der US-Sanktionen gegen den größten russischen Produzenten erklären. Letzte Woche habe das zuständige US-amerikanische Amt für die Kontrolle von Auslandsvermögen die Galgenfrist für die Kontrakte mit dem sanktionierten Unternehmen erneut vom 23. Oktober auf den 12. November verschoben, heißt es weiter.

„Viele dürften nun spekulieren, dass die Sanktionen im November ganz aufgehoben werden. Die europäischen Prämien sind wegen einer erwarteten Angebotsentspannung bereits vom Jahreshoch bei rund 180 US-Dollar im April-Mai auf nunmehr unter 90 US-Dollar je Tonne (unverzolltes Material) gefallen. Aus unserer Sicht ist das Korrekturgefahr bei Aluminium auch bei einem Wegfall der Sanktionen begrenzt“, so die Commerzbank-Analysten.